Rebecca Michéle: Der Tod schreibt mit

Der Tod schreibt mitSeit knapp sechs Monaten wohnt Mabel Clarence nun schon in Higher Barton. Nachdem sie ihr gesamtes Leben in London verbracht hatte, genießt sie nun ihr ruhiges Leben im kornischen Idyll. Auch wenn sie einen eher holprigen Start mit der Gegend und ihren Bewohnern hatte, indem sie nicht nur eine Leiche fand, sondern auch noch einen Mordfall löste, lebt sie sich nach und nach in den Alltragstrott ein. Doch dann stolpert Mabel bereits über die zweite Leiche innerhalb des Jahres: Der örtliche Beststellerautor Clark Kernick liegt erschlagen in seinem Haus und ein Schuldiger ist schnell gefunden. Harrison Hickery, dessen Frau ihn mit Kernick betrogen hat, wird wegen Mordverdachts festgenommen und tötet sich in Haft. Sein Selbstmord wird als Schuldeingeständnis gewertet, der Fall zu den Akten gelegt. Mabel jedoch glaubt nicht an Hickerys Schuld und macht sich auf eigene Faust auf die Suche nach dem Mörder. Dabei weiß sie noch nicht, dass sie nicht nur sich in tödliche Gefahr bringt.

Informationen

Sprache:
Erscheinungsjahr: 2012
Verlag: Goldfinch Verlag
ISBN: 978-3-940258-19-9

Fazit

Bewertung:
Der Tod schreibt mit ist das zweite Buch um Mable Clarence, die sich als moderne Miss Mapel entpuppt, als sie bereits zum zweiten Mal nur weniger Monate im kornischen Ort Lower Barton einem Mord auf die Schliche kommt.
Wie bereits in Die Tode von Higher Barton überzeugt Mabel mit ihrem Charme auf jeder Linie! Diesmal ist auch der etwas grummelige Tierarzt Dr. Victor Daniels mit von der Partie, der ebenfalls bereits aus dem ersten Teil bekannt ist. Die beiden geben ein unterhaltsames Duo auf kautzigem Niveau ab. Und auch in diesem Buch schafft es Autorin Rebecca Michéle wieder, das südenglische Cornwell so darzustellen, dass ich mich richtig in dem milden Küstenklima mit beinahe mittelalterlichem Charme wiederfinden konnte.
Die Geschichte an sich konnte mich diesmal leider nicht so überzeugen wie im ersten Teil. Sie war einfach nicht so packend und nach einiger Zeit konnte ich mir des Rätsels Lösung denken. An einigen Stellen hatte ich außerdem das Gefühl, dass sie recht unbedarft eingeschoben wurden, um Mabels Ermittlungen noch einmal einen Schubser in die richtige Richtung zu geben.
Dennoch habe ich das Lesen wieder genossen, was nicht zuletzt an Mabel mit ihrer einnehmenden Art lag. Und der Andeutung am Ende des Buches nach darf man sich auf noch einen dritten Teil freuen. Zwar strotzt Der Tod schreibt mit nicht vor Action und Waffengewalt, wie so manch anderer Thriller, doch das muss es auch gar nicht, denn die Fälle, in die Mabel Clarence sich begibt, leben von der idyllischen Umgebung Cornwells und ihren Menschen.
Vielen Dank an Blogg dein Buch und den Goldfinch-Verlag, die mir dieses Buch zur Verfügung gestellt haben. Kaufen könnt ihr das Buch unter anderem hier oder wie immer auch in der Buchhandlung eures Vertrauens.

Mehr von Mabel Clarence

Die Tote von Higher Barton
Der Tod schreibt mit

Tommy Jaud: Überman

ÜbermanSimon Peters hatte es geschafft: Vom Nichts zum Millionär! Doch nun hat sein griechischer Finanzberater sich ein wenig verkalkuliert und das Geld ist weg, undzwar alles. Genau in dem Moment eröffnet ihm seine Freundin Annabelle auch noch, dass sie demnächst ein teures Studium beginnen wird, zu dem er doch sicher gern finanzielle Unterstützung beisteuert. Doch Simon wäre nicht Simon, hätte er nicht schon eine Idee hätte, wie er wieder zu Geld kommen kann: Der britische Starkoch Jamie Oliver soll dafür blechen, dass seine 30-Minuten-Rezepte überhaupt nicht in 30 Minuten umzusetzen sind, schon gar nicht, wenn einem die knapp 300€ teure Küchenmaschine fehlt. Und dann steht ja auch noch der von den Mayas prophezeite Weltuntergang bevor, für den unbedingt ein paar Maßnahmen getroffen werden müssen. Zum Glück gibt es die Überman-Methode, mit der man sein Schlafpensum reduziert und so mehr Zeit für die wichtigen Dinge hat. Und wenn die nicht hilft, dann bleiben noch die lustigen Pillchen, die beim Wachbleiben helfen.

Informationen

Sprache:
Erscheinungsjahr: 2012
Verlag: Argon Hörbuch
ISBN: 978-3-839-81174-0

Fazit

Bewertung:
Nach Vollidiot und Millionär ist Überman das dritte Buch um Simon Peters, der es selbstverständlich geschafft hat, seinen einstigen Erfolg in die Tonne zu hauen und nun wieder ziemlich weit unten zu stehen.
Dieses Mal habe ich das Buch jedoch nicht gelesen, sondern dank Blogg dein Buch gehört. Ich muss gestehen, es war mein erstes Hörbuch und hat mir wieder ganz deutlich vor Augen geführt, warum ich bisher die Finger von ihnen gelassen hatte. Tommy Jaud liest sein Buch selbst. Er hat eine wirklich sympathische Stimme und schafft es, die einzelnen Charaktere gut und individuell hervorzuheben und zu unterscheiden. Doch Tommy Jaud ist Tommy Jaud und ich bin ich, deshalb war seine Erzählweise einfach nicht kompatibel mit der, die beim Lesen normalerweise in meinem Kopf stattfindet. Betonungen waren anders, die Sprechgeschwindigkeit meiner Meinung nach nicht immer passend usw. Das führte dazu, dass ich in die Geschichte selbst nicht wirklich gut reinkam, zwei CDs musste ich sogar doppelt hören, weil ich einfach nicht mitbekommen hatte, was denn eigentlich in den letzten 60 Minuten passiert war.

Dabei war Simon Peters genau wie man ihn kennen und lieben gelernt hat: ein echter ignoranter Vollidiot! Es gab so viele Momente, in denen ich seinen Kopf gegen eine Wand schlagen wollte. Aber gerade das macht Simon für mich so sympathisch, dass ich seinen (Leidens)Weg gern verfolge. Und am Ende kommt er ja immer irgendwie auf die Beine. Seine Freunde sind dabei mehr oder weniger hilfreich und gleichzeitig unterhaltsam.
Ich glaube, als gedrucktes Buch mit meinen eigenen Stimmen im Kopf hätte mir Überman wesentlich besser gefallen und ich denke, genau deswegen werde ich es mir noch einmal zulegen und diesmal lesen statt hören.
Wer Hörbücher mag oder zumindest besser mit ihnen zurecht kommt als ich, der kann beim Argon Verlag bestellen und vorher auch reinhören.

Maarten Vande Wiele: Paris

ParisSchon als kleines Mädchen ist Hope verwöhnt von ihren Siegen bei etlichen Schönheitswettbewerben, bis ein Autounfall ihr Gesicht entstellt und ihrer aufblühenden Karriere ein jähes Ende setzt. Mit 16 Jahren packt sie jedoch ihre Koffer und geht nach Paris, um dort ihr Glück zu versuchen. Dort findet sie gleich zwei Mitbewohnerinnen: Faith, die als Sängerin durchstarten will, und Chastity, die mit vollem Körpereinsatz reich und berühmt werden will. Eher durch Zufall wird Hope als Model entdeckt und so geht zumindest anfangs ihr großer Traum in Erfüllung. Doch das Geschäft ist hart und die Konkurrenz groß. Freunde werden zu Feinden, Drogen und Sex gehören zum normalen Tagesablauf dazu. Alle drei Freundinnen finden ihre Mittel und Wege, die nicht selten mehr als fragwürdig sind, um ihre Ziele durchzusetzen. Doch dass alles seinen Preis hat, das bekommen sie schmerzlich zu spüren.

Informationen

Sprache:
Erscheinungsjahr: 2010
Originaltitel: PARIS
Verlag: Carlsen
ISBN: 978-3-551-72895-1

Fazit

Bewertung:
Graphic Novel, was ist das überhaupt? Ich glaube, man kann es ganz kurz als Comicroman bezeichnen. Also eine Geschichte, die innerhalb eines Bandes in sich abgeschlossen ist und sich nicht über mehrere Bände zusammensetzt.
Paris gliedert sich in zwei Teile: I love Paris und I hate Paris – Aufstieg und Fall unserer Protagnistinnen. Und obwohl Cover und Illustrationen vielleicht dazu einladen zu sagen, dass dieses Buch eher für junges Publikum ist, muss ich dem ganz klar widersprechen. Und auch die Bezeichnung vom Verlag als “Chick Lit” finde ich eher irreführend. Hauptthemen in Paris sind nämlich Sex, Drogen und Intrigen, die im Grunde auf jeder Seite zu sehen sind. Orgien und Exzesse sind beinahe an der Tagesordnung und werden ohne jede Zensur gezeigt.
Sicherlich ist die Darstellung der Ereignisse überzogen, aber ich kann mir sehr gut vorstellen, dass einige Menschen für ihren eigenen Erfolg zu allem bereit sind und auch nicht davor zurückschrecken Freundschaften zu zerstören.
Schade fand ich, dass Szenenwechsel und Kapitel nicht noch einmal gekennzeichnet waren, sondern einfach auf der nächsten Seite anfingen. Da war manchmal die Verwunderung schon etwas größer.
Die Zeichnungen sind nicht wirklich detailreich und ordentlich, aber, wie ich finde, sehr “parisienne” und somit passen sie gut zum Inhalt.

Paris ist durchaus unterhaltsam, aber durch den recht harten Inhalt auch aus moralischer Sicht nicht ganz einfach. An einigen Stellen hätte ich mir inhaltlich jedoch noch ein paar Feinheiten gewünscht und außerdem eine stärkere Gliederung von Szenen.

Jürgen Rath: Nordhörn. Ein Nordsee-Krimi

Nordhörn. Ein Nordsee-KrimiMitten im Winter soll Steffen Stephan für drei Monate auf der Nordseeinsel Nordhörn das dortige Archiv auf Vordermann bringen. Gleich von Beginn an schlägt ihm von jedem der Inselbewohner Feindseligkeit entgegen. Jeder scheint etwas zu verbergen zu haben und jeder misstraut dem Fremden vom Festland. Steffen versucht sich der Situation anzupassen und seine Zeit auf der Insel abzusitzen, doch dann erfährt er, dass sein Vorgänger unter myteriösen Umständen ums Leben gekommen ist. Inzwischen wegen der schlechten Wetterbedingungen von der Außenwelt abgeschnitten, kann Steffen sich nicht mehr davor verschließen, dass die offene Feindseligkeit in Gewalt umschlägt, die ihn nicht nur einmal beinahe das Leben kosten. Die ganze Insel scheint ihn zu jagen, die Frage ist nur: Warum?

Informationen

Sprache:
Erscheinungsjahr: 2012
Verlag: Sutton Verlag
ISBN: 978-3-86680-964-2

Fazit

Bewertung:
Durch viele sehr positive Rezensionen und Bewertungen habe ich viel von Nordhörn. Ein Nordsee-Krimi erwartet. Leider konnte das Buch diese Erwartungen nicht vollständig erfüllen. Die Mysterien, die durch Andeutungen in Bezug auf Ziegler und die Blindenübung um Steffen gesponnen wurden, klangen so vielversprechend, waren in der Auflösung dann aber leider ziemlich ernüchternd.

So ging es auch mit anderen Andeutungen, die gemacht wurden. So hatte ich durch das Verhalten von Witwe Krüger, bei der Steffen während des Aufenthalts auf der Insel wohnt, schon gedacht, die ganze Geschichte würde eine andere, vielleicht sogar etwas amüsantere Richtung einschlagen. Und auch die Klärung der Frage, was denn nun eigentlich mit dem Sohn der Witwe Krüger ist, der ja nun nicht wenig erwähnt wurde, war mir nicht ausreichend.

Des Rätsels Lösung um die Jagd auf Steffen war mir dann auch ein wenig zu lahm, obwohl durch Verletzung und zum Schluss eingestreute Gewalt sowie “Wie überlebe ich im Winter ohne Dach über dem Kopf?”-Szenen wahrscheinlich noch ein Schuss Dramatik beigemischt werden sollte.

Steffen Stephan als deutscher Bürokrat war mir größtenteils ziemlich sympathisch. In meinen Augen war er ein Muttersöhnchen, der nun durch eher unschöne Umstände seinen Weg ins echte Leben bahnen und. Und das mit anzusehen war stellenweise doch schon ziemlich witzig.

Insgesamt hatte ich von diesem Buch einfach mehr erwartet, insbesondere was die Kreativität der Auflösung angeht. Dennoch ließ es sich allgemein gut und stellenweise packend lesen. Durchschnittliche Krimi-Unterhaltung für jemanden wie mich, der in diesem Genre viel und gern unterwegs ist.

Vielen Dank an Blogg dein Buch und den Sutton Verlag für die Bereitsstellung des Buches. Kaufen könnt ihr es wie immer beim Buchhändler eures Vertrauens oder auch hier.

Caroline Vermalle: Als das Leben überraschend zu Besuch kam

Als das Leben überraschend zu Besuch kamJaqueline ist 73 Jahre alt, als sie eines Tages ganz einfach beschließt, ihren Ehemann Marcel zu verlassen. Mit dem Zug fährt sie 1000km zu ihrer Cousine Nane, die sie seit vielen Generationen nicht mehr gesehen hat. Auf l’île d’Yeu, weit weg von ihrem alten Leben, möchte sie einen Neuanfang wagen. Nane nimmt sie sofort bei sich auf und gibt ihr die Zeit, die sie braucht, um endlich das Geheimnis zu überwinden, das sie beinahe ihr ganzes Leben lang gehütet hat, ohne jemanden davon zu erzählen.
Aber auch Marcel ist nicht untätig. Er kann sich mit dem Fortgehen seiner Ehefrau nicht abfinden und möchte ihr folgen. Doch nicht einfach mit dem Zug, Auto oder Flugzeug: Marcel will mit seinen 76 Jahren die 1000km bis zur Insel schwimmen, um so zu beweisen, dass er kein Versager ist und seiner Frau zu imponieren.

Informationen

Sprache:
Erscheinungsjahr: 2012
Verlag: Lübbe
ISBN: 978-3-431-03682-4

Fazit

Bewertung:
Die Geschichte von Jaqueline ist wunderschön und traurig zugleich. Anfangs kam ich ein wenig schlecht in das Geschehen hinein, das legte sich jedoch nach den ersten Kapiteln. Schön finde ich übrigens, dass diese sich auf wenige Seiten beschränken. Ich lese gern Bücher mit kurzen Kapiteln, weil ich dadurch das Gefühl habe, schneller voranzukommen.
Aber sie erzählen nicht nur Jaqueclines Geschichte, sondern auch die von ihrem Ehemann Marcel, dem Nachbarn Paul, der Cousine Nane und deren Haushaltshilfe. Alle Charaktere bringen eine gewisse Wärme mit sich und diesen besonderen Flair, durch den man sie einfach gern haben muss. Und nicht nur das: Jeder von ihnen trägt ein Geheimnis in sich. Natürlich werden diese Geheimnisse nach und nach aufgedeckt und ich fieberte schon ein wenig mit, obwohl einige auch schnell durchschaut waren.

Ein Punkt, an dem ich ich etwas gestört habe, war der, dass die Geschichte zum Großteil von einem Schmetterling erzählt wird, der das Geschehen entweder selbst beobachtet oder aber Details von seinen Insekten- und Windfreunden erhält. Einerseits ist die Idee zwar süß und romantisch, andererseits doch etwas befremdlich und so richtig warm wurde ich damit leider nicht. Auch der Prolog war ziemlich verwirrend, bis er zusammen mit dem Epilog einen Sinn ergab.

Als das Leben überraschend zu Besuch kam ist ein berührendes Buch über das Leben einer in die Tage gekommenen Frau, die viele Chancen in ihrem Leben nicht ergriffen hat und genau das nun nachholen möchte. Neben einigen Stellen zum Schmunzeln gab es viele sehr ergreifende Stellen, die mir das ein oder andere Tränchen ins Auge getrieben haben. Insgesamt wirklich schön zu lesen – vor allem im Sommer, der auf der französischen Insel ebenfalls herrscht, in die ich mich beim Lesen ein klein wenig verliebt habe.

Vielen Dank an Blogg dein Buch und Lübbe, die mir das Lesen dieses Buches ermöglicht haben. Bestellen könnt ihr es auf Amazon oder natürlich auch beim Buchhändler eures Vertrauens.

Rebecca Michéle: Die Tote von Higher Barton

Die Tote von Higher BartonMabel Clarence ist bei ihrer Cousine zum Geburtstag auf dem Landgut Higher Barton eingeladen. Seit Jahrezehnten haben sich die Cousinen wegen einer Auseinandersetzung nicht mehr gesehen und Mabel beschließt, endlich Frieden zu schließen. Doch ehe sie auf Higher Barton ankommen kann, bleibt sie mit dem Auto liegen und muss die Nacht auf der Landstraße verbringen. Am nächsten Morgen hat sie Glück und wird von einem Ortskundigen mitgenommen. Das Anwesen liegt noch in völliger Stille, als sie durch die Terrassentür eintritt und in der Bibliothek eine Frauenleiche findet! Sofort verständigt sie das Hauspersonal, doch als dieses kommt, ist die Tote weg. Auch die Polizei will ihr keinen Glauben schenken und so beschließt sie, auf eigene Faust Ermittlungen anzustellen – immerhin kann eine Leiche sich nicht einfach in Luft auflösen.

Informationen

Sprache:
Erscheinungsjahr: 2011
Verlag: Goldfinch Verlag
ISBN: 978-3-940258-14-4

Fazit

Bewertung:
Dank Blogg dein Buch durfte ich Die Tote von Higher Barton lesen.

Mabel Clarence überzeugt als sympathische Protagonistin! Ihre resulute Art die Emittlungen am Mord an der jungen Frau anzugehen und nicht locker zu lassen hat Spaß gemacht zu lesen. Auch Victor Daniels hatte ich wirklich gern, auch wenn er immer wieder den grummeligen alten Mann gemimt hat. Leider wirkten die Ermittlungen teilweise sehr plump und unrealistisch. Mabel zog sehr schnell falsche Schlussfolgerungen, die für mich nicht ganz nachvollziehbar waren und schlussendlich wie zu erwarten in einer Sackgasse endeten.

Den Mörder hatte ich zwar schnell in Verdacht, doch der Weg bis zur Enthüllung vor dem familiären und sehr interessanten Hintergrund von Mabels Cousine und der cornwellschen Landschaft war sehr unterhaltsam zu lesen. Es hat richtig Spaß gemacht, zusammen mit Mabel die Spuren zu verfolgen und immer mehr Geheimnisse aufzudecken.

Was mich ein wenig störte, war die teilweise hochgestochene Ausdrucksweise. Anfangs dachte ich, es würde an der Übersetzung liegen (denn ich konnte mir vorstellen, dass britisches Englisch übersetzt ein wenig gestelzt klingt), doch dann habe ich mich über die Autorin informiert und siehe da: Sie ist Deutsche! Das hat mich wirklich verwundert, denn das Buch strahlt eine unglaublich britische Atmosphäre aus, dass ich tatsächlich dachte, Rebecca Michéle müsste Britin sein!

Das Ende des Buches kündigt eine Fortsetzung an. Einerseits kann ich mir sehr gut vorstellen, dass die zwei Hobby-Ermittler wieder in Aktion treten, andererseits könnte es unrealistisch werden, wenn in kürzester Zeit im beschaulichen Lower Barton, wo noch vorher ein Vergehen gegen Falschparken das höchste Vergehen war. Aber lassen wir uns überraschen, ich bin auf jeden Fall schon sehr gespannt!

Bestellen könnt ihr das Buch direkt hier beim Goldfinch-Verlag.

Mehr von Mabel Clarence

Die Tote von Higher Barton
Der Tod schreibt mit

Félix J. Palma: Die Landkarte der Zeit

Die Landkarte der ZeitWir schreiben das Jahr 1896, als Andrew an den letzten Tatort von Jack the Ripper zurückkehrt, an dem seine geliebte Marie sterben musste. Seit Jahren schon erträgt er die Leere in seinem Leben nicht mehr und will dem ein Ende setzen. Doch sein Cousin kann ihn im letzten Moment abhalten und ihm eine Alternative bieten: In die Vergangenheit reisen und seine Marie vor dem sicheren Tod bewahren.
Auch Claire ist ihres Lebens müde. Das viktorianische London ödet sie an, weshalb sie sich Veränderung wünscht. Sie reist in die Zukunft und verliebt sich dort, muss jedoch ohne ihn zurückkehren in ihre Zeit, als der Mann ihrer Träume aus der Zukunft plötzlich vor ihr steht und sie zum Tee einlädt.
Aber nicht nur Claire hat ein Auge auf ihn geworfen, sondern auch Inspektor Garrett. Ein Mord wurde verübt, für den nur eine Waffe benutzt werden konnte, die noch gar nicht erfunden wurde und als Täter kommt nur einer in Frage!

Informationen

Sprache:
Erscheinungsjahr: 2008
Originaltitel: El mapa del tiempo
Verlag: Rowohlt
ISBN: 978-3-499-25319-5

Fazit

Bewertung:
Liest man den Text auf der Rückseite des Buches, könnte man erwarten, in eine fantastische Geschichte eintauchen zu können, der eine Menge romantischer Flair zugrunde liegt. Ein klein wenig hatte ich gehofft, auf eine Welt wie aus den Büchern von Carlos Ruiz Zafón zu treffen, nur im Zeitreiseformat. Leider war das Ergebnis um einiges rationaler, zumindest anfangs.
Das Buch teilt sich in drei Geschichten, die man als Thriller, Romanze und Science-Fiction beschreiben könnte. Diese Geschichte berühren sich an verschiedenen Punkten und haben einen großen gemeinsamen Nenner: Den Autore H. G. Wells (Die Zeitmaschine). Dass er überhaupt darin vorkommt und dann auch noch eine so große Rolle einnimmt, hätte ich nicht gedacht und war meine zweite Enttäuschung, nachdem ich bereits feststellen musste, dass Herr Palma und ich nicht ganz dieselbe Vorstellung von einem Buch haben, in dem Zeitreisen angepriesen werden. Als ich mich dann aber mehr oder weniger mit dem ersten Punkt anfreunden konnte und sogar Gefallen an den Geschichte fand, begann Teil 3 des Buches, bei dem ich dachte, ich sitze im falschen Film. Auf einmal lässt Palma eine riesige SciFi-Bombe platzen, die so gar nicht nach meinem Geschmack war. Ein fast 30 Seiten langer Brief erklärt, warum nun alles doch nicht so rational ist wie geglaubt. Dieser letzte Teil war für jemanden wie mich, der einfach kein Freund von Science Fiction ist, eine Absurdität nach der nächsten. Wieso konnte der Autor nicht weitermachen wie bisher? Kleine Hinweise, dass hier möglicherweise nicht alles so ist, wie es tatsächlich in und um H. G. Wells passiert ist, hatte er ja bereits eingebaut und hätte so nicht mit diesem Schwachsinn anfagen müssen, der allem widersprach, was ich mir unter dem Buch vorgestellt hatte.
Nach durchaus gelungenen (wenn auch unerwarteten) zwei Dritteln, hat mich der Rest des Buches einfach nur enttäuscht. Ein bisschen weniger H. G. Wells, ein bisschen weniger abgefahrene Rumspinnerei, ein bisschen mehr Gefühl und es wäre sicher ein besseres Buch geworden.
Anscheinend soll es einen Nachfolger mit dem Titel Die Landkarte des Himmels geben, der aber erstmal nicht von mir gelesen wird.

Mehr aus der Reihe

Die Landkarte der Zeit
Die Landkarte des Himmels

Janet Evanovich: Two for the Dough

Two for the DoughStephanies neuer Auftrag als Kopfgeldjägerin lautet: Finde Kenny Mancuso. Doch sie ist nicht die einzige, die dem Flüchtigen auf den Fersen ist, denn auch Joe Morelli ist hinter ihm her und zufälligerweise mit auch noch mit ihm verwandt, denn Kenny ist sein Cousin. Als Stephanie sich dann zu einem kleinen Nebenauftrag entschließt, verschwundene Särge wiederzufinden, scheinen diese beiden Fälle auf einmal zusammenzugehören und bergen plötzlich große Gefahren. Aber nicht nur für Stephanie selbst, sondern auch für Grandma Mazur, die es liebt, auf Beerdigungen ihrer Freunde und Altersgenossen zu gehen, dabei jedoch so manche grausige Überraschung vorfindet.

Informationen

Sprache:
Erscheinungsjahr: 1996
Verlag: Pocket
ISBN: 978-0-671-00179-7

Fazit

Bewertung:
Band 2 der Reihe um Stephanie Plum konnte mich wie sein Vorgänger überzeugen! Unsere Protagonistin tritt mit so viel Witz auf, dass man sie einfach gern haben muss. Und ihre eher minder ausgeprägten Fähigkeiten in Bezug auf die Kopfgeldjagd machen sie nur noch sympathischer. Natürlich darf auch Joe Morelli in diesem Buch nicht fehlen, der kleine eher langweilige Stellen in der eigentlichen Geschichte mit seinem Sexappeal wieder wettmacht. Zum Inhalt möchte ich eigentlich gar nicht viel sagen. Leser von Frauenliteratur wissen natürlich, dass das Gute am Ende gewinnt, doch auf dem Weg dorthin geschieht so manch unerwartes und diesmal mischt Grandma Mazur die Meute auch noch ordentlich auf. Bleibt nur abzuwarten, ob es zwischen Stephanie und Morelli irgendwann doch noch mal zur Sachen geht oder ob Ranger dort noch in irgendeiner Form mit reinspielt. Ich für meinen Teil freue mich auf baldiges Lesen von Teil 3!

Mehr von Stephanie Plum

One for the Money
Two for the Dough
Three to Get Deadly
Four to Score
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Hot Six
Seven Up
Hard Eight
To the Nines
Ten Big Ones
Eleven on Top
Twelve Sharp
Lean Mean Thirteen
Fearless Fourteen
Finger Lickin’ Fifteen
Sizzling Sixteen
Smokin’ Seventeen
Explosive Eighteen

Kathryn Stockett: Gute Geister

Gute GeisterJackson, Mississippi im Jahr 1962: Die junge Eugenia Phelan, genannt Skeeter, ist gerade zurück vom College und wieder in ihr Elternhaus eingezogen. Ihr großer Traum ist es, Schriftstellerin zu werden und so fasst sie einen Entschluss: Zusammen mit den schwarzen Dienstmädchen Aibileen und Minnie arbeitet sie an einem Buch, das erzählt, was das schwarze Personal in den Häusern der Weißen erleben. Jede der drei Frauen hat dabei ihr eigenes Schicksal zu bewältigen: Skeeter kann die Erwartungen ihrer Mutter endlich einen Mann zu finden nicht erfüllen, Aibileen zieht inzwischen das 17. weiße Kind groß, während sie ihren einzigen Sohn auf tragische Weise verloren hat und Minnie muss nicht nur eine neue Anstellung finden, sondern sich auch vor ihrem prügelnden Ehemann schützen. Dennoch schaffen diese drei unterschiedlichen Frauen es, gemeinsam eine Geschichte zu erzählen, die genauso beeindruckend wir gefährlich ist.

Informationen

Sprache:
Erscheinungsjahr: 2009
Originaltitel: The Help
Verlag: btb
ISBN: 978-3-442-75240-9

Fazit

Bewertung:
Witzigerweise kam die Empfehlung für Gute Geister von der Autorin Susan Elizabeth Phillips, die das Buch auf ihrer Facebook-Seite gepostet hatte. Und ich muss sagen: Es ist der Wahnsinn!
Skeeter, Aibileen und Minnie sind drei fesselnde Charaktere, die ihre spannenden Geschichten unglaublich echt erzählen. Der Leser erfährt durch die unterschiedlichen Erzählperspektiven verschiedene Facetten der Personen im Buch, wodurch sie an Authentizität gewinnen. In der 60er-Jahren war Rassentrennung in den Südstaaten noch an der Tagesordnungen. Wer den Film bzw. das Buch Die Jury kennt, der hat schon einen kleinen Eindruck, welche Atmosphäre damals vorherrschte, die auch hier im Buch sehr gut eingefangen wird. Auch wenn Gute Geister bei weitem nicht solch ein brutales Thema behandelt, so beeindrucken, faszinieren und erschrecken doch die Tatsachen, wie Schwarze zur damaligen Zeit behandelt wurden. Zwar werden nicht nur negative Aspekte angesprochen, doch es wird immer wieder deutlich, wie verschieden und nicht zusammengehörige sich beide Seiten doch fühlen.
Dieses Buch hat mich wirklich tief beeindruckt, aber auch mit einer Prise Witz und viel Emotion unterhalten. Deshalb bekommt es meine uneingeschränkte Empfehlung!

Und für die Kinogänger und DVD-Gucker wurde das Buch verfilmt und kam letztes Jahr in die deutschen Kinos.

Janet Evanovich: One for the Money

One for the MoneyStephanie Plum ist bereits seit mehreren Monaten arbeitslos und langsam aber sich gehen ihr die Möbel zum Verkaufen aus. Kurzerhand lässt sie sich von ihrem Cousin als Kopfgeldjägerin einstellen und schnappt sich einen großen Fall: 10.000 $ Kopfgeld sind auf Joe Morelli ausgesetzt, der wegen Mordes gesucht wird. Der ist für Stephanie kein Unbekannter, denn in Kinder- und Jugendtagen hatten die zwei ein paar intensive Begegnungen. Ein Grund mehr für Stephanie, Joe ausfindig zu machen und das Geld zu kassieren. Das erweist sich jedoch schwerer als gedacht. Zwar spürt sie Joe immer wieder auf, doch der kann jedes Mal entwischen. Hartnäckig bleibt sie ihm auf den Fersen und beschließt, besagten Mord etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.

Informationen

Sprache:
Erscheinungsjahr: 1994
Verlag: Penguin
ISBN: 978-0-140-25292-7

Fazit

Bewertung:
Aufmerksam geworden bin ich auf One for the Money (dt.: Einmal ist keinmal) durch den Trailer zur Verfilmung, die dieses Jahr in die Kinos kommen wird. Bisher hatten mich die Cover von Janet Evanovichs Bücher immer abgeschreckt, aber wie sich herausstellte, war es ein Fehler, sich von der Optik beeinflussen zu lassen, denn der Auftakt zur Stephanie-Plum-Reihe ist richtig super!
Stephanie ist nicht nur witzig, sondern gleichzeitig auch eine ganze normale Frau, mit der man sich identifizieren kann. Ihre Jagd auf Joe Morelli bringt eine gewisse erotische Spannung mit sich. An dieser Stelle hätte ich mir etwas mehr zwischen den beiden gewünscht (immerhin hat es schon mächtig geknistert), aber das folgt vielleicht in den nächstes Teilen.
Neben dem typischen Frauroman fehlte aber auch eine gute Portion Action gemixt mit einem Klacks Thriller nicht. Meiner Meinung nach eine gute Mischung! Alle Ereignisse wurden wunderbar auf den Punkt gebracht, bevor an den richtigen Stellen ein Schnitt kam.
Mit Sicherheit lasse ich mir die weiteren Bücher der Reihe nicht entgehen, wobei mir die Anzahl (inzwischen ist die Autorin nämlich bei Band 18 angekommen) schon ein wenig Sorgen macht, denn meistens leidet nach einer gewissen Anzahl von Bänden irgendwann die Qualität.

Mehr von Stephanie Plum

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High Five
Hot Six
Seven Up
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