Rebecca Michéle: Schatten über Allerby

Schatten über AllerbyNachdem Mabel Clarence aus London nach Cornwall gezogen und Highter Barton verwaltet, kann sie sich vor Veranstaltungsanfragen für das Herrenhaus kaum noch halten. Auch Lady Michelle Carter-Jones möchte das Anwesen für eine Überraschungsfeier anlässlich des Geburtstags ihres Mannes buchen. Doch alles muss ganz geheim bleiben und niemand darf von der Feier erfahren! Umso entsetzter ist Mabel als sie erfährt, dass sich die junge Lady nur wenige Tage vor dem Fest umgebracht haben soll. Sie kann und will nicht glauben, dass die lebensfrohe Frau, die sich mit der Planung des Festes so viel Mühe gegeben hat, so plötzlich freiwillig aus dem Leben geschieden ist. Obwohl tatsächlich alles nach Selbstmord aussieht, beschließt Mabel, sich als Pflegekraft für den Witwer auf Allerby einzuschleichen und herauszufinden, was wirklich geschehen ist. Doch was sie dann erwartet, hätte selbst Mabel nie für möglich gehalten …

Informationen

Sprache:
Erscheinungsjahr: 2013
Verlag: Goldfinch Verlag
ISBN: 978-3-940258-23-6

Fazit

Bewertung:
Nachdem mich Der Tod schreibt mit als zweiter Teil um Mabel Clarence und ihre Verbrecherjagd im englischen Cornwall nicht ganz überzeugen konnte, sieht das bei Schatten über Allerby wieder anders aus.
Ich flog regelrecht durch das Buch und wollte es teilweise gar nicht mehr aus der Hand legen, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es ausgeht.
Rebecca Michéle schafft es auch in diesem dritten Teil ein wunderbares Bild von Cornwall zu malen, das mir einen kleinen Stich von Fernweh verschafft hat. Ich konnte regelrecht das Meer riechen, an das sich die kleinen Küstenstädte reihen, die Mabel in ihrem Abenteuer aufsucht. Auch die anmutigen Herrenhäuser konnte ich mir bildlich vorstellen mit ihren Gärten und riesigen Hallen. So richtig fassen, dass Rebecca Michéle gar nicht aus Großbritannien kommt, sondern aus Süddeutschland, kann ich es immer noch nicht.
Natürlich kommen auch wieder altbekannte Charaktere zum Zug. Neben Mabel Clarence sind das der grummelige Tierarzt Victor Daniels und auch Chefinspektor Warden, den ich trotz seiner ständigen Zweifel an Mabels Zurechnungsfähigkeit tatsächlich ziemlich lieb gewonnen habe.
Inhaltlich ist dieser Fall nach dem ersten, den Mabel in Die Tote von Higher Barton aufgeklärt hat, der spannenste. Das gesamte Konstrukt ist auf den ersten Blick nicht unbedingt zu durchschauen. Und auch wenn ich schon eine Ahnung hatte, wie die einzelnen Gegebenheiten zusammenhängen könnten, hätte ich die Auflösung so nicht erwartet. An einigen Stellen hätte ich mir noch den ein oder anderen Cliffhanger mehr gewünscht, um weiter Spannung aufzubauen. Auch Andeutungen zu den Geheimnissen einzelner Personen hätten für meinen Geschmack noch etwas subtiler gstreut werden können. Ansonsten ein schöner Krimi vor fantastischer Kulisse!

Und weil demnächst ja Weihnchten ist: Ich denke, die gesamte Reihe um Mabel Clarence ist als Geschenk für krimiliebende Muttis sehr gut geeignet. Kaufen könnt ihr Schatten über Allerby zum Beispiel direkt hier.

Vielen Dank an Blogg dein Buch und den Goldfinch Verlag zur Bereitstellung des Buches.

Mehr von Mabel Clarence

Die Tote von Higher Barton
Der Tod schreibt mit
Schatten über Allerby

Rebecca Michéle: Der Tod schreibt mit

Der Tod schreibt mitSeit knapp sechs Monaten wohnt Mabel Clarence nun schon in Higher Barton. Nachdem sie ihr gesamtes Leben in London verbracht hatte, genießt sie nun ihr ruhiges Leben im kornischen Idyll. Auch wenn sie einen eher holprigen Start mit der Gegend und ihren Bewohnern hatte, indem sie nicht nur eine Leiche fand, sondern auch noch einen Mordfall löste, lebt sie sich nach und nach in den Alltragstrott ein. Doch dann stolpert Mabel bereits über die zweite Leiche innerhalb des Jahres: Der örtliche Beststellerautor Clark Kernick liegt erschlagen in seinem Haus und ein Schuldiger ist schnell gefunden. Harrison Hickery, dessen Frau ihn mit Kernick betrogen hat, wird wegen Mordverdachts festgenommen und tötet sich in Haft. Sein Selbstmord wird als Schuldeingeständnis gewertet, der Fall zu den Akten gelegt. Mabel jedoch glaubt nicht an Hickerys Schuld und macht sich auf eigene Faust auf die Suche nach dem Mörder. Dabei weiß sie noch nicht, dass sie nicht nur sich in tödliche Gefahr bringt.

Informationen

Sprache:
Erscheinungsjahr: 2012
Verlag: Goldfinch Verlag
ISBN: 978-3-940258-19-9

Fazit

Bewertung:
Der Tod schreibt mit ist das zweite Buch um Mable Clarence, die sich als moderne Miss Mapel entpuppt, als sie bereits zum zweiten Mal nur weniger Monate im kornischen Ort Lower Barton einem Mord auf die Schliche kommt.
Wie bereits in Die Tode von Higher Barton überzeugt Mabel mit ihrem Charme auf jeder Linie! Diesmal ist auch der etwas grummelige Tierarzt Dr. Victor Daniels mit von der Partie, der ebenfalls bereits aus dem ersten Teil bekannt ist. Die beiden geben ein unterhaltsames Duo auf kautzigem Niveau ab. Und auch in diesem Buch schafft es Autorin Rebecca Michéle wieder, das südenglische Cornwell so darzustellen, dass ich mich richtig in dem milden Küstenklima mit beinahe mittelalterlichem Charme wiederfinden konnte.
Die Geschichte an sich konnte mich diesmal leider nicht so überzeugen wie im ersten Teil. Sie war einfach nicht so packend und nach einiger Zeit konnte ich mir des Rätsels Lösung denken. An einigen Stellen hatte ich außerdem das Gefühl, dass sie recht unbedarft eingeschoben wurden, um Mabels Ermittlungen noch einmal einen Schubser in die richtige Richtung zu geben.
Dennoch habe ich das Lesen wieder genossen, was nicht zuletzt an Mabel mit ihrer einnehmenden Art lag. Und der Andeutung am Ende des Buches nach darf man sich auf noch einen dritten Teil freuen. Zwar strotzt Der Tod schreibt mit nicht vor Action und Waffengewalt, wie so manch anderer Thriller, doch das muss es auch gar nicht, denn die Fälle, in die Mabel Clarence sich begibt, leben von der idyllischen Umgebung Cornwells und ihren Menschen.
Vielen Dank an Blogg dein Buch und den Goldfinch-Verlag, die mir dieses Buch zur Verfügung gestellt haben. Kaufen könnt ihr das Buch unter anderem hier oder wie immer auch in der Buchhandlung eures Vertrauens.

Mehr von Mabel Clarence

Die Tote von Higher Barton
Der Tod schreibt mit
Schatten über Allerby

Tommy Jaud: Überman

ÜbermanSimon Peters hatte es geschafft: Vom Nichts zum Millionär! Doch nun hat sein griechischer Finanzberater sich ein wenig verkalkuliert und das Geld ist weg, undzwar alles. Genau in dem Moment eröffnet ihm seine Freundin Annabelle auch noch, dass sie demnächst ein teures Studium beginnen wird, zu dem er doch sicher gern finanzielle Unterstützung beisteuert. Doch Simon wäre nicht Simon, hätte er nicht schon eine Idee hätte, wie er wieder zu Geld kommen kann: Der britische Starkoch Jamie Oliver soll dafür blechen, dass seine 30-Minuten-Rezepte überhaupt nicht in 30 Minuten umzusetzen sind, schon gar nicht, wenn einem die knapp 300€ teure Küchenmaschine fehlt. Und dann steht ja auch noch der von den Mayas prophezeite Weltuntergang bevor, für den unbedingt ein paar Maßnahmen getroffen werden müssen. Zum Glück gibt es die Überman-Methode, mit der man sein Schlafpensum reduziert und so mehr Zeit für die wichtigen Dinge hat. Und wenn die nicht hilft, dann bleiben noch die lustigen Pillchen, die beim Wachbleiben helfen.

Informationen

Sprache:
Erscheinungsjahr: 2012
Verlag: Argon Hörbuch
ISBN: 978-3-839-81174-0

Fazit

Bewertung:
Nach Vollidiot und Millionär ist Überman das dritte Buch um Simon Peters, der es selbstverständlich geschafft hat, seinen einstigen Erfolg in die Tonne zu hauen und nun wieder ziemlich weit unten zu stehen.
Dieses Mal habe ich das Buch jedoch nicht gelesen, sondern dank Blogg dein Buch gehört. Ich muss gestehen, es war mein erstes Hörbuch und hat mir wieder ganz deutlich vor Augen geführt, warum ich bisher die Finger von ihnen gelassen hatte. Tommy Jaud liest sein Buch selbst. Er hat eine wirklich sympathische Stimme und schafft es, die einzelnen Charaktere gut und individuell hervorzuheben und zu unterscheiden. Doch Tommy Jaud ist Tommy Jaud und ich bin ich, deshalb war seine Erzählweise einfach nicht kompatibel mit der, die beim Lesen normalerweise in meinem Kopf stattfindet. Betonungen waren anders, die Sprechgeschwindigkeit meiner Meinung nach nicht immer passend usw. Das führte dazu, dass ich in die Geschichte selbst nicht wirklich gut reinkam, zwei CDs musste ich sogar doppelt hören, weil ich einfach nicht mitbekommen hatte, was denn eigentlich in den letzten 60 Minuten passiert war.

Dabei war Simon Peters genau wie man ihn kennen und lieben gelernt hat: ein echter ignoranter Vollidiot! Es gab so viele Momente, in denen ich seinen Kopf gegen eine Wand schlagen wollte. Aber gerade das macht Simon für mich so sympathisch, dass ich seinen (Leidens)Weg gern verfolge. Und am Ende kommt er ja immer irgendwie auf die Beine. Seine Freunde sind dabei mehr oder weniger hilfreich und gleichzeitig unterhaltsam.
Ich glaube, als gedrucktes Buch mit meinen eigenen Stimmen im Kopf hätte mir Überman wesentlich besser gefallen und ich denke, genau deswegen werde ich es mir noch einmal zulegen und diesmal lesen statt hören.
Wer Hörbücher mag oder zumindest besser mit ihnen zurecht kommt als ich, der kann beim Argon Verlag bestellen und vorher auch reinhören.

Maarten Vande Wiele: Paris

ParisSchon als kleines Mädchen ist Hope verwöhnt von ihren Siegen bei etlichen Schönheitswettbewerben, bis ein Autounfall ihr Gesicht entstellt und ihrer aufblühenden Karriere ein jähes Ende setzt. Mit 16 Jahren packt sie jedoch ihre Koffer und geht nach Paris, um dort ihr Glück zu versuchen. Dort findet sie gleich zwei Mitbewohnerinnen: Faith, die als Sängerin durchstarten will, und Chastity, die mit vollem Körpereinsatz reich und berühmt werden will. Eher durch Zufall wird Hope als Model entdeckt und so geht zumindest anfangs ihr großer Traum in Erfüllung. Doch das Geschäft ist hart und die Konkurrenz groß. Freunde werden zu Feinden, Drogen und Sex gehören zum normalen Tagesablauf dazu. Alle drei Freundinnen finden ihre Mittel und Wege, die nicht selten mehr als fragwürdig sind, um ihre Ziele durchzusetzen. Doch dass alles seinen Preis hat, das bekommen sie schmerzlich zu spüren.

Informationen

Sprache:
Erscheinungsjahr: 2010
Originaltitel: PARIS
Verlag: Carlsen
ISBN: 978-3-551-72895-1

Fazit

Bewertung:
Graphic Novel, was ist das überhaupt? Ich glaube, man kann es ganz kurz als Comicroman bezeichnen. Also eine Geschichte, die innerhalb eines Bandes in sich abgeschlossen ist und sich nicht über mehrere Bände zusammensetzt.
Paris gliedert sich in zwei Teile: I love Paris und I hate Paris – Aufstieg und Fall unserer Protagnistinnen. Und obwohl Cover und Illustrationen vielleicht dazu einladen zu sagen, dass dieses Buch eher für junges Publikum ist, muss ich dem ganz klar widersprechen. Und auch die Bezeichnung vom Verlag als “Chick Lit” finde ich eher irreführend. Hauptthemen in Paris sind nämlich Sex, Drogen und Intrigen, die im Grunde auf jeder Seite zu sehen sind. Orgien und Exzesse sind beinahe an der Tagesordnung und werden ohne jede Zensur gezeigt.
Sicherlich ist die Darstellung der Ereignisse überzogen, aber ich kann mir sehr gut vorstellen, dass einige Menschen für ihren eigenen Erfolg zu allem bereit sind und auch nicht davor zurückschrecken Freundschaften zu zerstören.
Schade fand ich, dass Szenenwechsel und Kapitel nicht noch einmal gekennzeichnet waren, sondern einfach auf der nächsten Seite anfingen. Da war manchmal die Verwunderung schon etwas größer.
Die Zeichnungen sind nicht wirklich detailreich und ordentlich, aber, wie ich finde, sehr “parisienne” und somit passen sie gut zum Inhalt.

Paris ist durchaus unterhaltsam, aber durch den recht harten Inhalt auch aus moralischer Sicht nicht ganz einfach. An einigen Stellen hätte ich mir inhaltlich jedoch noch ein paar Feinheiten gewünscht und außerdem eine stärkere Gliederung von Szenen.

Jürgen Rath: Nordhörn. Ein Nordsee-Krimi

Nordhörn. Ein Nordsee-KrimiMitten im Winter soll Steffen Stephan für drei Monate auf der Nordseeinsel Nordhörn das dortige Archiv auf Vordermann bringen. Gleich von Beginn an schlägt ihm von jedem der Inselbewohner Feindseligkeit entgegen. Jeder scheint etwas zu verbergen zu haben und jeder misstraut dem Fremden vom Festland. Steffen versucht sich der Situation anzupassen und seine Zeit auf der Insel abzusitzen, doch dann erfährt er, dass sein Vorgänger unter myteriösen Umständen ums Leben gekommen ist. Inzwischen wegen der schlechten Wetterbedingungen von der Außenwelt abgeschnitten, kann Steffen sich nicht mehr davor verschließen, dass die offene Feindseligkeit in Gewalt umschlägt, die ihn nicht nur einmal beinahe das Leben kosten. Die ganze Insel scheint ihn zu jagen, die Frage ist nur: Warum?

Informationen

Sprache:
Erscheinungsjahr: 2012
Verlag: Sutton Verlag
ISBN: 978-3-86680-964-2

Fazit

Bewertung:
Durch viele sehr positive Rezensionen und Bewertungen habe ich viel von Nordhörn. Ein Nordsee-Krimi erwartet. Leider konnte das Buch diese Erwartungen nicht vollständig erfüllen. Die Mysterien, die durch Andeutungen in Bezug auf Ziegler und die Blindenübung um Steffen gesponnen wurden, klangen so vielversprechend, waren in der Auflösung dann aber leider ziemlich ernüchternd.

So ging es auch mit anderen Andeutungen, die gemacht wurden. So hatte ich durch das Verhalten von Witwe Krüger, bei der Steffen während des Aufenthalts auf der Insel wohnt, schon gedacht, die ganze Geschichte würde eine andere, vielleicht sogar etwas amüsantere Richtung einschlagen. Und auch die Klärung der Frage, was denn nun eigentlich mit dem Sohn der Witwe Krüger ist, der ja nun nicht wenig erwähnt wurde, war mir nicht ausreichend.

Des Rätsels Lösung um die Jagd auf Steffen war mir dann auch ein wenig zu lahm, obwohl durch Verletzung und zum Schluss eingestreute Gewalt sowie “Wie überlebe ich im Winter ohne Dach über dem Kopf?”-Szenen wahrscheinlich noch ein Schuss Dramatik beigemischt werden sollte.

Steffen Stephan als deutscher Bürokrat war mir größtenteils ziemlich sympathisch. In meinen Augen war er ein Muttersöhnchen, der nun durch eher unschöne Umstände seinen Weg ins echte Leben bahnen und. Und das mit anzusehen war stellenweise doch schon ziemlich witzig.

Insgesamt hatte ich von diesem Buch einfach mehr erwartet, insbesondere was die Kreativität der Auflösung angeht. Dennoch ließ es sich allgemein gut und stellenweise packend lesen. Durchschnittliche Krimi-Unterhaltung für jemanden wie mich, der in diesem Genre viel und gern unterwegs ist.

Vielen Dank an Blogg dein Buch und den Sutton Verlag für die Bereitsstellung des Buches. Kaufen könnt ihr es wie immer beim Buchhändler eures Vertrauens oder auch hier.

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